Ein Schlaglicht auf Burmas Politik der ‘Lizenz zur Vergewaltigung’ (Press Release / German)

‘Sexuelle Übergriffe sind Teil der Strategie der burmesischen Junta und werden von ihr als Kriegswaffe gegen die Shan verwendet’

Die UN Kommission für Menschenrechte hat die internationale Aufmerksamkeit auf die systematischen Vergewaltigungen von Frauen in Shan Staat durch burmesische Regierungstruppen gelenkt.

 Der viel diskutierte Bericht “Lizenz zur Vergewaltigung” stand ganz oben auf der Tagesordnung der 59. Jahrestagung der Kommission in Genf. Die Weltorganisation erörterte den Bericht mit Vertretern des Shan Women’s Action Network (SWAN) und der Shan Menschenrechtsstiftung (SHRF), zwei in Thailand arbeitenden Organisationen, die den Bericht zusammenstellten, der seit seiner Veröffentlichung im Mai letzten Jahres große internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die Militärjunta in Rangun hat die in dem Bericht enthaltenen Vorwürfe stets geleugnet.

Im Namen vom Australischen Rates für überseeische Hilfe sprechend, sagte Charm Tong – eine junge Shan Frau von SWAN, dass Vergewaltigungen Teil der Strategie der burmesischen Regierung sind, die sie als eine “Kriegswaffe” gegen Frauen in Shan Staat anwendet. “Diese Kultur der Straflosigkeit bewirkt, dass Frauen und Mädchen in Burma heute dieser großen Gefahr ausgesetzt sind”, sagte sie.

Auch ein kürzlich erfolgter Besuch von Vertretern des internationalen Komitee des Roten Kreuz (ICRC) in einem Shan Dorf konnte die Vergewaltigungen nicht stoppen, sagte Charm Tong. Sie berichtete, dass eine 35-jährige Frau vor den Augen ihrer vier Kinder von einer Gruppe burmesischer Soldaten vergewaltigt wurde, nur einige wenige Kilometer von dem ICRC Team entfernt.


“Es gibt innerhalb Burmas keine Möglichkeit, Entschädigung oder Hilfe zu finden. Viele Frauen sind daher  gezwungen, nach Thailand zu fliehen. Selbst dort aber haben insbesondere die Shan Frauen keinen Zugang zu Hilfe und Unterstützung”, sagte Mary Jane Real vom Asien-Pazifik Forum für Frauen, Gesetz und Entwicklung (APWLD). APWLD forderte die Kommission und die internationale Gemeinschaft dazu auf, die thailändische Regierung dazu zu drängen, Vergewaltigungsopfern den Zugang zu psychologischer Beratung und medizinischer Hilfe durch humanitäre Organisationen zu gewähren.

Die Gruppe rief die Kommission auch dazu auf, die Sicherheit und den Schutz für die in dem Bericht erwähnten Menschen zu gewährleisten.

Der Bericht, der in Burmesisch, Deutsch und Thai übersetzt worden ist, bewirkte einen Aufruhr unter thailändischen Regierungsstellen, die daraufhin ihrerseits Mitarbeiter von SWAN und SHRF unter Druck setzten und sie zwangen, ihre Büros auf unbestimmte Zeit zu schließen.

Der Bericht dokumentiert 173 Vorfälle von Vergewaltigungen und anderen Formen sexueller Gewalt, die 625 Mädchen und Frauen betrafen, begingen durch burmesische Truppen im Shan Staat.

Die Mehrheit der Vergewaltigungen wurde in zentralem Shan Staat begangen, wo seit 1996 über 300.000 Dorfbewohner mit Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Mit diesen Zwangsumsiedlungen versucht das burmesische Militärregime, den Widerstand im Shan Staat zu bekämpfen.

Der Bericht „Lizenz zur Vergewaltigung“ wurde in deutsche Sprache auf der Website www.thailife.org  veröffentlicht.
Kontakt: info@thailife.org